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Nordhausen

Projektbeschreibung

Nordhausen ist mit rund 41.000 Einwohner:innen die größte Stadt Nordthüringens und liegt am Rande des Südharzes. Seit Juli 2025 gibt es auch in der Stadt Nordhausen ein Thinka-Projekt – zusätzlich zu den bestehenden Projekten im Landkreis (Heringen, Bleicherode-Sollstedt). Das Thinka Nordhausen Projekt ist eine Kooperation des Kreisjugendrings Nordhausen und des Horizont e. V. Beide Träger verfügen über gute Expertise sowie ausreichend Erfahrungen aus den vorangegangenen ThINKA-Projekten welche zur Umsetzung der bedarfsgerechten Angebote dienen. Ziel ist es, sozialräumlich arbeitende Strukturen zu stärken und Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen zu unterstützen. Dabei fokussiert sich das Vorhaben auf zwei Sozialräume innerhalb der Kreisstadt, die durch Segregationserscheinungen und sozial benachteiligten Menschengruppen gekennzeichnet sind.

Sozialräume

Die Beratungsstellen des Horizont e. V. befinden sich im Bochumer Hof (Bochumer Str. 54c) sowie in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße 8 und decken den Stadtteil Nordhausen Salza ab. Das Büro des Kreisjugendrings befindet sich in der Johannes-Thal-Straße 9 und unterstützt Menschen aus dem Sozialraum Nordhausen Ost.

Sozialraum Nordhausen Ost
Der Stadtteil Nordhausen Ost entwickelte sich seit den 1980er Jahren zu einem großflächigen Plattenbaugebiet, das dem hohen Wohnraumbedarf der damaligen DDR resultierte. Ab den Jahren 1982/1984 wurden in der Nähe der Leimbacher Straße rund 1.800 Wohnungen errichtet, ergänzt durch den Bau der Polytechnischen Oberschule „Ludwig Einicke“ (heute Grund- und Regelschule „Am Förstemannweg“), die 1985 eröffnet wurde. Nach der politischen Wende 1990 folgten umfangreiche Sanierungsmaßnahmen, später auch gezielte Teilrückbauten, um den Wohnbestand an veränderte demografische und städtebauliche Anforderungen anzupassen. Jedoch existieren dort nach wie vor zahlreiche Mehrfamilienbauten, welche einen angemessenen Wohnraum für Sozialleistungenbeziehenden vorhalten. Geprägt ist der Stadtteil durch eine heterogene Bevölkerungsgruppe, welche über geringe finanzielle und soziale Ressourcen verfügt und somit einen besonderen Unterstützungsbedarf aufweist.
Der Sozialraum umfasst die angrenzenden Ortsteile Buchholz, Steigerthal, Rodishain, Stempeda, Leimbach, Bielen, Sundhausen, Steinbrücken und Petersdorf, welche durch den mobilen Ansatz des Projektes bedient werden. Die aufsuchende soziale Arbeit soll die benachteiligten Zielgruppen in den Ortsteilen unterstützen. Diese sind insbesondere durch den demografischen Wandel (alternde Bevölkerungsstruktur) und unzureichende Mobilität gekennzeichnet. Die anvisierten Ortsteile haben zwischen 200 und 1200 Einwohner:innen und eine aktive Vereinsstruktur. Niedrigschwellige Beratungsansätze für Erwachsene in den Ortsteilen existieren nicht.

Sozialraum Nordhausen Mitte/Salza
Nordhausen-Mitte ist der zentrale Sozialraum der Stadt, in dem Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Kultur zusammenkommen. Die Innenstadt ist durch eine Mischung aus der historischen Altstadt, neueren Wohngebäuden und öffentlichen Einrichtungen geprägt und fungiert als Drehpunkte für die Bevölkerung der Stadt. Im Quartier liegen viele Dienstleistungs- und Verwaltungsangebote, Schulen, Kitas sowie medizinische Versorgung, was kurze Wege im Alltag ermöglicht. Im Sozialraum wohnt eine sehr durchmischte Bevölkerung, es finden sich verschiedene Altersgruppen, Lebensstile und soziale Schichten eng beieinander wieder Salza ist ein lebendiger Stadtteil im Nordwesten von Nordhausen, in dem rund 4.000 Menschen wohnen. Zum Einzugsgebiet gehören außerdem die benachbarten Orte Herreden, Hochstedt, Hörningen und Hesserode. Bis zur Eingemeindung 1950 war Salza ein eigenständiger Ort, und die dörflichen Strukturen sind bis heute erkennbar. Neben Einfamilienhäusern prägen auch DDR-Neubauten aus den 1970er-Jahren das Bild des Sozialraums.
Diese Mischung aus ländlicher Ruhe und städtischer Struktur macht Salza zu einem vielfältigen und interessanten Sozialraum. So vielfältig ist auch die Bevölkerungsstruktur: Alteingesessene Familien leben hier ebenso wie Zugezogene, junge Familien und Senior*innen. Verschiedene kulturelle und soziale Hintergründe prägen das Zusammenleben. Salza ist ein Stadtteil im Wandel mit sozialer Vielfalt und guter Infrastruktur. Dies schafft Chancen, Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen anzusprechen, vorhandene Ressourcen zu vernetzen und gemeinsam Lösungen für den Alltag im Quartier zu entwickeln.

Zielgruppe

Das Projekt agiert zielgruppenübergreifend und hat keine Zugangsvoraussetzungen.

Projektziele

- Durchführung wohnortnaher und bei Bedarf mobiler Beratungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen: Unterstützung bei Anträgen, Beratung zu Sozialleistungen und Abwendung von Leistungsversagungen
- Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit sowie Unterstützung beim Einstieg in Arbeit und Gesellschaft: Unterstützung bei Stellensuche, Bewerbungen und Vorbereitungen auf Vorstellungsgespräche
- Ausbau der sozialen Infrastruktur zur besseren Unterstützung benachteiligter Bevölkerungsgruppen: Bündelung von Vorhaben und Erzeugung von Synergien in der Quartiersarbeit
- Stärkung und Vernetzung bestehender Strukturen durch Kooperation mit lokalen Akteuren und Mitwirkung in Gremien: Initiieren von bedarfsgerechten Angeboten sowie Beteiligungsformaten
- Förderung einer aktiven gesellschaftlichen Teilhabe: Förderung von Ehrenamt und Mitbestimmung bei Stadtteilaktivitäten
- Durchführung von Mikroprojekten, Aktionen und Informationsveranstaltungen
- Verbesserung der Lebensqualität, der Chancengerechtigkeit und der sozialen Integration

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