Eisenach-Nord – Wutha-Farnroda
Projektbeschreibung
Das Projekt ThINKA Eisenach-Nord / Wutha-Farnroda richtet sich an benachteiligte Zielgruppen, vor allem Langzeitarbeitslose, Personen mit Migrationshintergrund, Alleinerziehende und von Armut betroffene Personen und verfolgt den Ansatz, wohnort- und sozialraumbezogene Strukturen zu entwickeln, zu fördern und zu vernetzen, die vor Ort zur sozialen Integration, zur Herstellung bzw. Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit sowie der Lebensbedingungen in besonders betroffenen Stadtteilen beitragen.
Dies wird erreicht durch einen methodischen Zugang des Projekts, der Einzelfallarbeit, sozialraumorientierte Arbeit und Netzwerkarbeit kombiniert. Instrumente sind Sozialraumkonferenzen mit Beteiligung aller Akteure im Sozialraum, die initiiert, umgesetzt und weiterentwickelt werden, um Kooperation und Synergien der Beteiligten zu entwickeln, passgenaue bedarfsgerechte Angebote zu entwickeln und bekannt zu machen. Eine Bedarfserhebung ist die Grundlage für die konkrete Schwerpunktsetzung, ergänzt die Perspektive der Betroffenen in den jeweiligen Sozialräumen und dient dazu, die Angebote für die Bewohnenden im Projektverlauf passgenau zu entwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Aktivierung und Beteiligung der Anwohnenden bei der Umsetzung von Angeboten zur Entwicklung von Empowerment und Selbstwirksamkeit.
Projektgebiete: Wutha-Farnroda („Auf dem Mölmen“) & Eisenach-Nord
Das Projekt ThINKA Wartburgkreis arbeitet in zwei Sozialräumen mit starken Herausforderungen: dem Wohngebiet „Auf dem Mölmen“ in Wutha-Farnroda und dem Stadtteil Eisenach-Nord. Beide Regionen zeigen überdurchschnittlich hohe Anteile an sozial benachteiligten Haushalten, Menschen in (Langzeit-)Arbeitslosigkeit, Haushalten mit geringen Einkommen, Einelternfamilien sowie einer überdurchschnittlich hohen Zahl von Personen mit Migrationserfahrung.
Das Projekt verfolgt das Ziel, wohnort- und sozialraumbezogene Strukturen zu entwickeln, zu stärken und zu vernetzen, um soziale Integration, Beschäftigungsfähigkeit und Teilhabe nachhaltig zu verbessern. Grundlage ist ein methodischer Ansatz, der Einzelfallarbeit, Sozialraumarbeit, Bedarfserhebung und Netzwerkarbeit miteinander verbindet.
Sozialraum Wutha-Farnroda – „Auf dem Mölmen“
Auf dem Mölmen leben rund 1.300 Menschen, darunter Bewohner:innen aus über 56 Nationen. Viele verfügen über geringe finanzielle Mittel, belastende Flucht- oder Migrationsgeschichten oder erleben Diskriminierung. Gleichzeitig bestehen Isolationstendenzen – besonders bei älteren oder mobilitätseingeschränkten Menschen.
Das Netzwerk „Miteinander – Füreinander“ bündelt, soziale Träger, Ehrenamtliche und lokale Partner, um Begegnung, Austausch und gegenseitige Unterstützung zu ermöglichen. Es bildet das zentrale sozialräumliche Instrument im Mölmen und schafft die Grundlage für nachhaltige Nachbarschaftsstrukturen.
Sozialraum Eisenach-Nord
Eisenach-Nord zählt rund 8.800 Bewohner:innen und ist ein Quartier mit komplexen sozialen Bedarfslagen und Entwicklungsfeldern in verschiedenen Lebensbereichen.
- knapp ein Drittel der Bewohner*innen hat Migrationserfahrung (steigende Tendenz)
- höchste Arbeitslosenquote der Stadt
- hohe Zahl an Haushalten in Armut, mit geringen Bildungsabschlüssen und Mehrfachbelastungen
Die Nordrunde ist das zentrale sozialräumliche Netzwerk im Stadtteil. Sie vereint Schulen, Wohnungsunternehmen, Vereine, soziale Träger, Verwaltung und Bewohner*innen. Damit ist sie die zentrale Schaltstelle für Vernetzung, Information und Weiterentwicklung im Stadtteil.
Problem- & Bedarfslagen in beiden Sozialräumen
Beide Gebiete zeichnen sich durch ähnliche, zugleich hochverdichtete Problemlagen aus:
- überdurchschnittliche (Langzeit-)Arbeitslosigkeit
- Armut und prekäre Einkommen
- geringe Qualifikation und niedrige Bildungsabschlüsse
- hoher Anteil an Personen mit Migration-/Fluchterfahrung
- Alleinerziehende mit erhöhtem Unterstützungsbedarf
- soziale Isolation, geringe nachbarschaftliche Bindung
- Belastungen durch Diskriminierung und demokratiefeindliche Einstellungen
- mangelnde Teilhabe- und Begegnungsangebote
- hoher Bedarf an alltagsnaher, niedrigschwelliger Unterstützung
Zielgruppen
- Haushalte mit eingeschränkten Teilhabechancen (Arbeitslosigkeit, Armut, geringe Qualifikation, Einelternfamilien)
- Menschen mit Migrationserfahrung (Sprach-/Integrationsbedarfe, Diskriminierung, Fluchterfahrungen)
- Haushalte mit mehrfachen Belastungen (z.B. Kombination aus Armut + Migration + Bildungsbenachteiligung + psychosozialen Belastungen)
Projektziele
- Soziale Integration verbessern
- Lebensbedingungen im Quartier verbessern
- Nachbarschaft stärken & Isolation verringern
- Empowerment & Selbstwirksamkeit fördern
- Diskriminierung abbauen (sensibilisierte Räume & Moderation)
- Angebote vernetzen, koordinieren & weiterentwickeln
- Sichtbarkeit und Erreichbarkeit von Hilfen erhöhen
- Sozialraum positiv besetzen
Arbeitsweise
Einzelfallarbeit
- niedrigschwellige Beratung
- Begleitung im Alltag, Behörden, Sprache
- “Lotsenfunktion” in Hilfesysteme
- Dokumentation & Auswertung von Entwicklungsverläufen
- Grundbedürfnisorientierung (Sicherheit, Zugehörigkeit, Struktur, Perspektive)
Sozialraumarbeit
- Entwicklung bedarfsgerechter, niedrigschwelliger Angebote
- Begegnungs-, Kultur- und Teilhabeformate
- Quartiersaktionen mit Bewohner:innen
- Nachbarschaftshilfe
Netzwerkarbeit
In beiden Projektgebieten sind Netzwerke vor Ort aktiv. Zivilgesellschaftliche Akteure aus den Bereichen Bildung, Gesundheit, Wohnen, Freizeit, sowie Vertreter:innen der Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung und Wohnungsgeber. Das Netzwerk „Miteinander – Füreinander“ in Wutha-Farnrod wird durch die ThINKA-Stelle moderiert. In Eisenach-Nord passiert das Gleiche analog mit dem Netzwerk “Nordrunde” statt.
Die Netzwerke verfolgen folgende Ziele:
- Begegnung fördern und Isolation abbauen
- Integration stärken und Vorbehalte reduzieren
- Unterstützungsangebote vernetzen und zugänglich machen
- Solidarisches Miteinander entwickeln
- Diskriminierung entgegenwirken durch sensible Moderation
- Weiterentwicklung gemeinsamer Angebote
Und tragen dabei die Funktionen:
- Sozialraumanalyse & Austausch
- Bedarfe sichtbar machen
- Angebote abstimmen, entwickeln und koordinieren
- Synergien nutzen und Doppelstrukturen vermeiden
- Verantwortung für das Quartier übernehmen
- Koordination gemeinsamer Angebote
Systematische Bedarfserhebung
- quantitative & qualitative Sozialraumanalyse
- Ableitung von Bedarfen für Angebotsentwicklung
- kontinuierliche Anpassung im Projektverlauf
- Beteiligung der Bewohner:innen