Wenn einem das Leben entgleitet...
Nordhausen. Wie kommt es dazu, dass jemand sein Zuhause verliert und welche Maßnahmen sind erforderlich, um dies zu verhindern oder damit richtig umzugehen? Diese Frage beschäftigte die Mitarbeiterinnen des Projektes ThINKA Nordhausen und so entstand die Idee einen Handlungsleitfadens zu (drohender) Wohnungslosigkeit für den Landkreis Nordhausen zu erstellen.Dabei gleicht kein Fall dem anderen und einen konkreten Fahrplan, wer, wann und für was zuständig ist, gibt es nicht.
Deswegen haben sich Jana Geist, Antje Gäde und Nadja Gülzow entschieden, einen Fachtag am 07. und 08. Juli 2022 in Räumlichkeiten des eigenen Trägers, im Jugendklubhaus Nordhausen mit den relevanten Akteur:innen aus der Region und auch mit überregionalen Impulsvorträgen zu organisieren, um die daraus entstandenen Inhalte in den Handlungsleitfaden zu der wichtigen Thematik einzuarbeiten. Häufig sind es aufgelaufene Mietschulden, manchmal ist es auch unakzeptables Verhalten der Mieter:innen, die letztlich zur Zwangsräumung führen können.
Die Hintergründe sind vielfältig: Schuldenprobleme, Suchterkrankungen, Beziehungsstreitigkeiten und psychische Probleme können eine Ursache sein, weshalb Menschen ihr Zuhause und ihr Hab und Gut verlieren. In einer zweitägigen Veranstaltung luden die ThINKA-Mitarbeiterinnen alle Akteur:innen und Expert:innen, die mit diesem Thema zu tun haben und ihr Wissen miteinander teilen können. Oftmals fehlt es an der richtigen Vernetzung zwischen den Zuständigen und den Helfersystemen.
Neben den Sozialen Dienst der Stadt Nordhausen hielten die Bundesarbeitsgemeinschaft der Wohnungslosenhilfe Berlin, der Pflegestützpunkt und der Gerichtsvollzieher einen Vortrag, bei dem über Theorie und Praxis berichtet wurde. Im Rahmen der interaktiven Workshops „Wissenspeicher“ wurden Maßnahmen zur Prävention, Abwendung und Umgang mit Wohnungslosigkeit erarbeitet und festgehalten. In Anbetracht der steigenden Energie- und Nebenkosten wird diese Thematik noch weiter in den Fokus rücken. Ziel dieser Fachtagung ist denBetroffenen schneller und besser helfen zu können und Wohnungslosigkeit, wenn möglich ganz abzuwenden.